Wüstling verpasst zweite WM-Medaille

Biathlon Nach dem letzten Schießen noch auf Medaillenkurs, dann war die Energie alle: Sydney Wüstling ist bei der JWM nah dran am zweiten Edelmetall.

Von Karsten Tischer

Bayerisch Eisenstein. Sydney Wüstling hat am Freitag bei der Biathlon-Nachwuchs-WM im Bayerischen Wald das nächste Ausrufezeichen knapp verpasst. Die erst 17 Jahre alte Athletin vom WSV Oberhof 05 hat beim 9-km-Massenstart-Rennen der Juniorinnen mit 1:02,7 Minuten Rückstand auf die Spitze Rang acht belegt. Am Mittwoch hatte die gebürtige Sächsin aus dem Dorf Sosa im Erzgebirge Bronze im Sprint gewonnen – die zweite Medaille für das deutsche Team bei der Heim-Weltmeisterschaft am Arber.

60 statt 30: Kein normaler Massenstart

Wüstling startete gut ins Rennen, schoss im ersten Liegendschießen null Fehler. Das Besondere am Massenstart-Rennen bei der JWM: Anders als im Weltcup befanden sich gleich 60 Sportler im Hohenzollern Skistadion am Arber auf einmal auf der Strecke. Da allerdings nur 30 Schießstände zur Verfügung stehen, gingen die Startnummern 31 bis 60 zuerst an den Schießstand, die Nummern 1 bis 30 in der folgenden Runde.

In den Schießen zwei und drei leistete sich Wüstling je einen Fehler, was zwei Strafrunden entsprach. Doch im finalen Stehendschießen brachte sich die Skijägerin, die seit Sommer 2024 in Oberhof lebt und trainiert, zurück ins Medaillenrennen. Mit null Fehlern verließ sie als Vierte den Schießstand, nur 0,6 Sekunden hinter der bereits 20-jährigen Norwegerin Silje Berg-Knutsen.

Auf der letzten Runde musste Wüstling jedoch abreißen lassen, wurde Achte mit 1:02,7 Minuten Rückstand auf Gewinnerin Oleksandra Merkushyna aus der Ukraine, die bereits einige Weltcup-Erfahrung vorzuweisen hat. Auch für Berg-Knutsen reichte es nicht für Edelmetall. Die Norwegerin belegte Rang vier. Silber und Bronze gingen an die beiden Lettinnen Estere Volfa (+19,9 sec.) und Elza Bleidele (+36,9 sec.). „Auf der letzten Runde hat es so Energie gezogen. Ich bin noch nie so eingebrochen wie heute“, sagte Wüstling im Ziel im ARD-Interview. Im 12-km-Massenstart-Rennen der Junioren, dem ersten Wettkampf am Freitag, blieben die deutschen Starter chancenlos. Bester Deutscher war Lukas Tannheimer (DAV Ulm) auf Rang 23. Die Oberhofer Karl Julian Schütze (WSV Oberhof 05) und Clemens Böhme (SG Stahl Schmiedeberg/Oberhof) erreichten die Plätze 25 und 26. Am Nachmittag schaffte es Hannes Lipfert vom SV Eintracht Frankenhain im Massenstart der Jugend als 17. in die Top 20.

WM-Silber für Deutschland

Mit zwei Oberhoferinnen Punktgleich mit Österreich hat das deutsche Damen-Team bei den Nordischen Junioren-Ski-Weltmeisterschaften in Lillehammer den Teamwettkampf im Skispringen auf Platz zwei abgeschlossen. Team D erreichte nach acht Sprüngen 919,5 Punkte. Dem Team gehörten auch zwei Thüringer Springerinnen an: Anna-Fay Scharfenberg startet für den SC Motor Zella-Mehlis. Emily Teubner (SFV Rothenburg) lebt und trainiert in Oberhof. Die Mannschaft komplettierten Megi Lou Schmidt (WSV Grüna) und Julina Kreibich (VSC Klingenthal). Gold holte Slowenien mit mehr als 35 Punkten Vorsprung. Das Team-Silber ist die erste Medaille für das deutsche Skisprung-Team bei dieser JWM. kt

Rückblick auf Mittwoch: Sydney Wüstling präsentiert ihre Bronzemedaille nach dem 7,5-km-Sprint. Foto: Grega Valancic/Voigt